Ev-boom: experten prognostizieren marktverdopplung bis 2032 – autonomes fahren als nächste mega-chance
Trotz von einigen Autoherstellern eingeschränkter oder verschobener Pläne für Elektrofahrzeuge (EV) wird der Sektor voraussichtlich in den kommenden Jahren weiter wachsen. Fortune Business Insights prognostiziert, dass der globale EV-Markt von rund 892 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf über 2 Billionen US-Dollar bis 2032 ansteigen wird. Doch die größere Chance könnte im Markt für autonome Fahrzeuge (AV) liegen, der bis 2034 einen Wert von 41 Billionen US-Dollar erreichen könnte.
Software-entwicklung als lukratives feld
Nicht nur das autonome Fahrzeugsegment könnte eine größere Chance darstellen, sondern auch die Entwicklung der Software, die für das selbstfahrende Fahren erforderlich ist, könnte ein höhermargiges Geschäft sein. Für zwei Unternehmen mit in den letzten Jahren stark gesunkenen Aktienkursen – Rivian Automotive (RIVN) und Lucid Group (LCID) – könnte die Umsetzung neuer Möglichkeiten im Bereich autonomes Fahren zu einer Umkehrung dieser Verluste führen.
Rivian demonstrierte im Jahr 2025 bei einem Autonomy & AI Day einige seiner technologischen Fortschritte und seine Vision für die Zukunft. Durch Datenrekorder, KI-Modelle und Software-Updates betreibt das Unternehmen eine Feedback-Schleife, die die Rivian Autonomy Plattform bei Skalierung kontinuierlich verbessert. Dieser zunehmende Fokus auf Software zeigt sich bereits in den Ergebnissen: Im Jahr 2024 betrug der Umsatz seines Software- und Dienstleistungssegments 7 Millionen US-Dollar; im Jahr 2025 stieg er auf 576 Millionen US-Dollar.

Volkswagen-kooperation und uber-investition
Rivian hat eine Kooperation mit Volkswagen geschlossen und reichte zudem eine Investition von 1,2 Milliarden US-Dollar von Uber über die nächsten Jahre ein, vorbehaltlich bestimmter Bedingungen im Zusammenhang mit autonomen Fahrzeugen. Auch Lucid profitiert von der Investition des Ride-Hailing-Unternehmens: Uber hat sich verpflichtet, mindestens 35.000 Lucid-Fahrzeuge zu kaufen und insgesamt 500 Millionen US-Dollar in das Unternehmen zu investieren. Zudem genießt Lucid die Unterstützung des Public Investment Funds Saudi-Arabiens, der eine Kaufvereinbarung für bis zu 100.000 Fahrzeuge über 10 Jahre hat.

Spezifische vorteile von lucid
Lucid bietet zusätzlich zu seiner autonomen Technologie, die das Fahrzeug in seiner Umgebung navigieren lässt, einen Handschaltzessor namens Lucid Assistant. Dieser wird von der KI-Sprachfirma SoundHound AI angetrieben und kann Fragen zu Sport, Wetter und Fahrzeugfunktionen beantworten. Die Entwicklung ist zwar vielversprechend, birgt aber auch Risiken. Sowohl Rivian als auch Lucid verzeichnen hohe Verlustraten und ein hohes Cash Burn.

Rivian als favorit
Zwischen den beiden Unternehmen sehe ich Rivian als das vielversprechendere Unternehmen für eine kleine Position. Das Unternehmen hat seine Vision für autonome Software klarer dargestellt und wie diese in sein Geschäftsmodell passt. Ein Vorteil von Rivian ist zudem, dass es mehr Fahrzeuge produziert und liefert – über 42.000 im Jahr 2025 im Vergleich zu knapp 16.000 bei Lucid im gleichen Jahr. Die Zusammenarbeit mit Volkswagen bietet zudem zusätzliche Potenziale. Die Unterstützung durch Uber ist zwar eine nette Sache, aber nicht einzigartig – beide Unternehmen haben bereits eigene Vereinbarungen mit dem Ride-Hailing-Unternehmen.
Vertikale integration als wettbewerbsvorteil
Ein weiterer Vorteil für Rivian ist seine vertikale Integration, die die Entwicklung eigener Chips beinhaltet, während Lucid auf Nvidia setzt. In-house Produktion ist zwar riskant, ermöglicht aber Lucid, mehr Kontrolle über sein Schicksal zu haben und von Abhängigkeiten von anderen Unternehmen abzusprechen.
