Rivian vor schwierigen quartalsergebnissen – aktienkurs unter druck
Rivian meldet voraussichtlich erste Quartalsergebnisse am Donnerstagabend, während der Batterieauto-Hersteller mit dem Start des viel erwarteten Mittelklasse-SUV R2, der Liquiditätsbelastung und der Fahrzeugproduktion zu kämpfen hat. Laut Konsensschätzungen von Bloomberg wird das Unternehmen einen Umsatz von 1,39 Milliarden Dollar vorlegen, ein Rückgang von 27 % gegenüber dem Vorjahr. Analysten erwarten einen bereinigten Verlust pro Aktie von 0,59 Dollar und einen EBITDA-Verlust von 499,72 Millionen Dollar. Volkswagen und Uber Partnerschaften werden ebenfalls genau unter die Lupe genommen.
R2-produktion: ein entscheidender test für rivian
Der Fokus liegt nun
voll und ganz auf der Produktionssteigerung des R2. Bereits letzte Woche verkündete Rivian den Produktionsbeginn des R2 in seiner Fabrik in Normal, Illinois, mit einer voraussichtlichen Auslieferung „später in diesem Frühjahr“. CEO RJ Scaringe betonte, dass das Fahrzeug das Ergebnis harter Arbeit und Hingabe des gesamten Teams sei und er sich auf die Erfahrungen der Kunden freue. Aktuell konzentriert sich Rivian weiterhin auf die Produktion und den Verkauf seiner größeren Modelle R1T und R1S sowie der EDV Delivery Fahrzeuge.
Lieferziele und finanzielle lage
Rivian bekräftigte im März seine Lieferziel-Prognose von 62.000 bis 67.000 Fahrzeugen für 2026. Die Cash-Position bleibt ein kritischer Faktor. Letzten Monat erhielt Rivian eine zusätzliche Investition von 1 Milliarde Dollar von seinem JV-Partner Volkswagen, unterstützt durch den erfolgreichen Test des ID.EVERY1, der Rivians Software und Plattformtechnologie integriert. Auch ein Robotaxi-Deal mit Uber, der eine Investition von 1,25 Milliarden Dollar vorsieht und bis zu 50.000 autonome R2-Fahrzeuge verspricht, könnte das Unternehmen weiter stärken. Die Liquidität verringerte sich im letzten Quartal um rund 1 Milliarde Dollar.

Zahlen sprechen für sich
Im letzten Quartal erzielte Rivian einen Rohgewinn von 120 Millionen Dollar, der sich aus einem Verlust von 59 Millionen Dollar im Automobilbereich und einem Gewinn von 179 Millionen Dollar durch Software und Dienstleistungen zusammensetzte. Dieser Anstieg der Software- und Dienstleistungs-Gewinne sei auf „Vehicle-Architektur- und Softwareentwicklungsdienstleistungen“ zurückzuführen, die im Rahmen der Zusammenarbeit mit Volkswagen entstanden sind. Die EBITDA-Verluste für 2026 werden auf zwischen 1,80 und 2,10 Milliarden Dollar geschätzt, mit Investitionen von 1,95 bis 2,05 Milliarden Dollar.
Rivians Ausblick ist somit volatil. Die Aktie wird voraussichtlich darunter leiden.
