Aktienmarkt-angst steigt – doch kaufgelegenheit?
Anleger haben seit Jahresbeginn zunehmend Anlass zur Sorge, während Aktienkurse nachgelassen haben. Der VIX-Index, oft als „Angstbarometer“ bezeichnet, hat ein mehrmonatiges Hoch erreicht. Doch Experten sehen darin nicht zwingend ein Zeichen für eine bevorstehende Katastrophe.
Marktvolatilität: eine historische perspektive
Die Angst, gemessen am VIX, ist in der Tat gestiegen. Historisch gesehen ist dies jedoch kein ungewöhnliches Phänomen. Seit 1980 gab es in fast jedem Bullenmarkt mindestens einen Rückschlag von über 5 %. In etwa der Hälfte dieser Fälle waren es sogar 10 % oder mehr. Und jedes Mal, wenn die Angst hochkochte, folgte letztendlich eine Erholung – oft mit neuen Höchstständen.
Diese Entwicklung belegt eine wichtige Erkenntnis: Der Zeitpunkt für den Markt ist kaum präzise vorherzusagen. Selbst erfahrene Fondsmanager schaffen es selten, den optimalen Zeitpunkt für Ein- und Ausstieg zu erwischen. Eine Analyse von Standard & Poor’s zeigt, dass in den letzten fünf Jahren 89 % der großen Investmentfonds den S&P 500 verpassten, im Jahrzehnt sogar mehr als 85 %. Viele Hedgefonds kämpfen mit ähnlichen Problemen.
Wer also versucht, den absoluten Tiefpunkt zu erwischen, riskiert, die langfristigen Gewinne zu verpassen. Stattdessen ist es oft sinnvoller, qualitativ hochwertige Aktien zu kaufen, wenn diese nach einem Kursrückgang von einem Höchststand zu einem vernünftigen Preis erhältlich sind. Die durchschnittliche Zeit, die der Markt benötigt, um sich von einem Rückgang von 5 % bis 10 % zu erholen, beträgt lediglich drei Monate. Ein Abschwung zwischen 10 % und 20 % dauert im Durchschnitt acht Monate.
Die Botschaft ist klar: Panik ist der schlechteste Ratgeber. Wer langfristig denkt und nicht versucht, den perfekten Zeitpunkt zu erwischen, wird am Ende wahrscheinlich besser abschneiden als die meisten.
Ein ETF-Riese, Invesco, schätzt, dass die durchschnittliche Zeit für die Erholung eines Rückgangs von 5 % bis 10 % bei nur drei Monaten liegt. Ein Korrektur von 10 % bis 20 % dauert im Schnitt acht Monate. Das ist eine erhebliche Verbesserung gegenüber dem, was viele Anleger befürchten. Es ist ein Beweis dafür, dass Marktrückschläge oft nur kurzfristig sind.
Die Erkenntnis, dass Angst oft eine Kaufgelegenheit darstellt, könnte für viele Anleger eine willkommene Erleichterung sein. Es zeigt, dass kurzfristige Turbulenzen nicht zwangsläufig ein Zeichen für eine drohende Krise sind, sondern oft eine Chance darstellen, langfristig von steigenden Märkten zu profitieren. Die Frage ist, ob Anleger diese Chance nutzen werden.
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