American express: kursrutsch – ki-angst unterschätzt das potenzial
American Express (AXP) kämpft. Der Aktienkurs ist seit Jahresbeginn um fast 21 % gefallen – deutlich stärker als der S&P 500. Doch die Sorge vor Künstlicher Intelligenz (KI) könnte eine kurzfristige Panik sein.

Ki-bedrohung für kreditkartenriesen?
Investoren haben Angst, dass Fortschritte in der KI die traditionellen Geschäftsmodelle von Unternehmen wie American Express untergraben könnten. Die Befürchtung: KI-gesteuerte Algorithmen könnten den Fokus auf die Minimierung von Gebühren legen, die American Express und andere Kreditkartenanbieter derzeit generieren.
Doch diese Angst könnte unbegründet sein. Denn American Express verfügt über mehrere Vorteile, die es vor den Auswirkungen der KI schützen könnten.
Erstens ist die Kreditkarte selbst ein mächtiges Instrument. Sie bietet sofortigen Kredit, ohne dass der Nutzer sofort bezahlen muss. KI-Algorithmen, die nach dem besten Preis suchen, werden wahrscheinlich keine Schuldaufnahme bevorzugen. Stattdessen werden sie auf Bargeld angewiesen sein – und das bedeutet, dass sie direkt von den Karteninhabern ausgegeben werden muss.
Zweitens sind die Prämienprogramme von American Express ein starkes Verkaufsargument. Mitglieder sammeln Punkte und Prämien, die für Reisen und andere Vergünstigungen genutzt werden können. Diese Programme sind bereits weit verbreitet, aber American Express hat hier einen Vorsprung aufgebaut.
Und schließlich steht das Prestige im Vordergrund. Die American Express Centurion Card (Black Card) ist seit Jahren ein Statussymbol. Diese Exklusivität wird auch von KI-gesteuerten Angeboten kaum beeinträchtigt.
Die größten Sorgen könnten die hohen Jahresgebühren sein, die American Express für seine Premium-Karten erhebt. Sollten KI-Anbieter günstigere Alternativen anbieten, könnte dies zu einem Druck auf die Gebühren führen. Aber diese Gebühren sind nicht der Kern des Geschäftsmodells von American Express. Die eigentliche Profitabilität liegt in den Back-End-Gebühren, die zwischen dem Anbieter und den Zahlungsdienstleistern abgerechnet werden.
Die Zahlen sprechen für sich: Im Jahr 2025 stiegen der Umsatz um 10 % auf fast 19 Milliarden US-Dollar, und der Gewinn stieg um 13 % auf knapp 2,5 Milliarden US-Dollar – eine beeindruckende Nettomarge von 13 %. Analysten erwarten für das laufende Jahr ein Wachstum des Umsatzes von 9 % und des Gewinns pro Aktie von 14 %.
Angesichts des jüngsten Kursverfalls ist American Express derzeit ein Schnäppchen. Doch ist es schon Zeit für einen Kauf? Die Analysten von The Motley Fool Stock Advisor haben die 10 besten Aktien identifiziert, die jetzt gekauft werden sollten – und American Express war nicht darunter. Wer vor Jahren in Unternehmen wie Netflix oder Nvidia investiert hätte, hätte heute ein Vermögen. Die durchschnittliche Rendite des Stock Advisor liegt bei 898 %, deutlich über dem S&P 500. Für American Express bedeutet dies: Die Fundamentaldaten sind solide, das Unternehmen wächst weiterhin und der Markt unterschätzt das Potenzial. Es ist ein guter Zeitpunkt, um aufzuspielen.
Die Sorge vor der KI ist zwar berechtigt, doch American Express hat die Stärke, diese Herausforderung zu meistern. Die Aktie ist jetzt ein Kauf – und das ist kein Tipp, sondern eine Feststellung.
