Druckenmiller setzt auf ki: verkauft sandisk, kauft amazon – ein überraschendes portfolio-manöver

Der legendäre Hedgefonds-Manager Stanley Druckenmiller hat einen bemerkenswerten Schachzug vollzogen: Er verkaufte seine gesamte Position in Sandisk und positionierte sich gleichzeitig mit einem deutlichen Einstieg bei Amazon neu. Diese überraschende Kehrtwende wirft Fragen auf und könnte ein Signal für die kommenden Jahre sein.

Sandisk: der ausstieg aus dem nand-flash-geschäft

Druckenmillers Entscheidung, Sandisk (SNDK) zu verkaufen, mag zunächst überraschen, denn der Aktienkurs hatte in 2026 eine beeindruckende Steigerung von über 1.470 % erfahren. Das Unternehmen profitiert von der aktuellen Nachfrage nach Speicherlösungen für künstliche Intelligenz, die zu einer Engpässe und steigenden Preisen für NAND-Flash-Speicher geführt hat. Doch Analysten wie William Kerwin von Morningstar sehen wenig nachhaltigen Wettbewerbsvorteil für Sandisk. „Wir glauben nicht, dass Sandisk einen wirtschaftlichen Graben besitzt“, so Kerwin. Die Profitabilität des Unternehmens ist stark von einem sich abklingenden Zyklus abhängig, und eine Korrektur der Speicherpreise könnte den Aktienkurs erheblich belasten. Trotzdem lag die Bewertung bei 75-facher bereinigtem Gewinn, was angesichts der prognostizierten Wachstumsrate von 155 % bis 2028 noch recht hoch ist.

Die hohe Volatilität des Speicherchip-Marktes ist bekannt. Eine Überkapazität wird die Preise drastisch senken. Der Ausstieg von Druckenmiller könnte ein Hinweis darauf sein, dass er diese Entwicklung antizipiert.

Amazon: eine wette auf die zukunft der künstlichen intelligenz

Amazon: eine wette auf die zukunft der künstlichen intelligenz

Gleichzeitig hat Druckenmiller eine bedeutende Position in Amazon (AMZN) aufgebaut. Amazon agiert bereits in drei starken Bereichen: dem größten E-Commerce-Marktplatz in Nordamerika und Westeuropa, dem größten Werbetreibenden weltweit und dem führenden Cloud-Anbieter AWS. Der Fokus auf künstliche Intelligenz verstärkt diese Positionen. Amazon entwickelt zahlreiche generative KI-Tools, die seine Logistik optimieren und die Effizienz steigern. AWS profitiert als führender Cloud-Anbieter von der enormen Datenmenge seiner Kunden und investiert massiv in KI-basierte Dienste. Das Umsatzwachstum von AWS beschleunigte sich im vierten Quartal auf 24 %, getrieben durch den Verkauf von kundenspezifischen Chips.

Analysten von Morgan Stanley sehen Amazon als besonders gut positioniert, um von der Entwicklung von KI und Robotik zu profitieren. Sie erwarten, dass die operativen Gewinnmargen von Amazon in den nächsten drei Jahren um 2 Prozentpunkte steigen werden. Der aktuelle Kurs von 30-facher Gewinn ist angesichts der prognostizierten jährlichen Gewinnsteigerung von 19 % bis 2028 attraktiv.

Druckenmillers Entscheidung, Amazon zu kaufen, erscheint strategisch klug. Die Aktie ist immer noch attraktiv, was bedeutet, dass es für langfristige Investoren noch nicht zu spät ist. Die Kombination aus dem Ausstieg aus einem zyklischen Geschäft und dem Einstieg in eine vielversprechende KI-Strategie zeigt, dass Druckenmiller auch in reifen Märkten nach Wachstum sucht. Die Entscheidung des erfahrenen Managers ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die KI-Revolution erst am Anfang steht.