Ipo-hype: tech-blase aus 1999 – experten warnen vor top
Der Markt für Börsengänge (IPOs) erlebt einen erneuten Aufschwung, doch die Warnungen von Finanzexperten sind laut. Cerebras Systems jüngst mit großem Erfolg debütiert, während SpaceX als das größte IPO aller Zeiten in den Anführungen steht. Anthropic und OpenAI könnten bald folgen. Doch während der Hype um heißes IPOs Investoren in Ekstase versetzt, sieht Analyst John Blank des Zacks eine deutliche Warnung: ein Marktoplauf, der an die Dotcom-Blase von 1999 erinnert.
Die 99er-parallelen: ein düsteres echo
Die Situation im Jahr 1999 war, meiner Meinung nach, fundamental anders als die heutige IPO-Szene. Über 450 Unternehmen drängten damals an die New Yorker Börse, vor allem im Technologiebereich. Im Vergleich dazu gingen lediglich rund 100 Unternehmen in den letzten zwölf Monaten an den Start, davon nur weniger als 15 im Technologiesektor. Die ersten Tage waren oft von ungeahnten Kursgewinnen geprägt – wie bei Akamai Technologies, der an Tag eins mit 25 Dollar gehandelt wurde und dann auf 156 Dollar stieg. Diese Zeit ist nun wieder da, doch die Ergebnisse sind deutlich gedämpfter.

Figma und circle: enttäuschungen im corona-crash
Designsoftware-Riese Figma hatte mit einem Aufstieg von 250 Prozent an seinem Börsendebut im letzten Juli den größten Eröffnungstag für Unternehmen mit einer Bewertung von über einer Milliarde Dollar. Doch der Wert brach anschließend um 80 Prozent ein. Auch Circle Internet, Betreiber eines stabilen Coin-Netzwerks, verzeichnete an seinem Debüt einen Zuwachs von 168 Prozent, verlor aber danach rund 25 Prozent seines IPO-Preises. Beide Unternehmen waren kaum vom KI-Boom getragen. Insgesamt haben wir keine massive Zunahme von Tech-IPOs gesehen, sondern vor allem einige große Unternehmen, die versuchen, an den Markt heranzukommen.

Expertenmeinung: keine top-situation
Ich sehe darin keine Anzeichen eines Marktoppos. Die Bewertungen der meisten KI-Aktien sind hingegen weiterhin vernünftig, und der Markt wird weiterhin von großen, profitablen Unternehmen angetrieben, die enorme Cashflows generieren. Investoren sollten sich nicht von der Euphorie blenden lassen. Es ist selten eine gute Idee, Korrekturen zu versuchen vorherzusagen. Die Märkte erleben immer wieder neue Höchststände, und man verpasst viele Gewinne, wenn man auf eine Korrektur wartet, die nie kommt. Und selbst wenn man Recht hat, muss man in einen fallenden Markt investieren – das ist oft keine leichte Aufgabe.
Etf als sichere wahl
Deshalb empfehle ich Investoren, einen Exchange-Traded Fund (ETF), der den breiteren Markt abbildet, wie den Vanguard S&P 500 ETF (VOO +0,57%), als Kernanlage zu nutzen und kontinuierlich dollar-cost averaging zu betreiben. Das nimmt Emotionen aus der Gleichung, und man investiert unabhängig von Bull- oder Bärenmärkten über einen längeren Zeitraum den gleichen Betrag.
Statistiken sprechen für sich
Diese Strategie hat sich bewährt, um langfristig Vermögen aufzubauen. Index-ETFs sind meiner Meinung nach die besten Anlageinstrumente für diese Strategie und übertreffen deutlich Einzelaktien. Laut einer JP Morgan Studie haben zwei Drittel der Einzelaktien im Russell 3000 im Zeitraum von 1980 bis 2020 hinter dem Index zurückgefallen, während 40% einen Wertverlust von 70% erlitten haben, aus dem sie sich nie vollständig erholt haben. Der S&P 500 Index hingegen profitierte weiterhin stark, getrieben von einigen wenigen Megawinners. Der S&P 500 hat seine Überlegenheit über die vergangenen zehn Jahre gegenüber 86% aller aktiv gemanagten Large-Cap-Fonds bewiesen, da er durch die Markt-Kapitalisierung gewichtet ist und somit seine Gewinner weiterhin ausspielen kann. Der Vanguard S&P 500 ETF bietet mit einem durchschnittlichen jährlichen Ertrag von rund 15,5% über die letzten zehn Jahre (unter Berücksichtigung der reinvestierten Dividenden) ein exzellentes Track Record. Das ist vielleicht nicht so aufregend wie in KI-Aktien oder heißen IPOs zu investieren, aber das kontinuierliche Dollar-Cost-Averaging in diesen ETF ist eine kluge Entscheidung in jedem Markt.
