Kongressberater investieren in spacex – bullshit für anleger?

Zwei US-Kongressabgeordnete haben überraschend ihre Beteiligung an SpaceX bekannt gegeben. Rep. Dan Meuser (Republikaner, Pennsylvania) und Rep. Gil Cisneros (Demokrat, Kalifornien) sind die ersten Politiker, deren Investitionen offengelegt wurden. Ein harmloser Nebeneffekt oder ein Hinweis auf zukünftige Kursgewinne?

Rätselhafte investitionen: meuser und cisneros investieren in spacex

Die beiden Abgeordneten kauften Aktien des Raumfahrtunternehmens Space Exploration Technologies, besser bekannt als SpaceX, in relativ kurzer Zeit nach dem bahnbrechenden Börsengang. Meuser erwarb die Anteile nur drei Tage nach dem IPO, Cisneros kurz darauf. Es handelt sich um Transaktionen, die bisher nicht öffentlich bekannt waren, was für Investoren von besonderem Interesse ist.

Die Transaktionen selbst wirften bisher keine Beanstandungen auf. Beide Abgeordnete hielten sich an die Offenlegungsbestimmungen und wurden nicht beschuldigt, unöffentliche Informationen genutzt zu haben oder gegen Gesetze verstoßen zu haben. Cisneros betonte, dass er und seine Frau sich auf externe Finanzberater verlassen, die eine diversifizierte Portfoliostrategie verfolgen.

Kongress und raumfahrt: eine ungewöhnliche verbindung

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Der interessante Aspekt dieser beiden Fälle ist die Position der Kongressabgeordneten in den Ausschüssen. Meuser sitzt im House Financial Services Committee, das für Wertpapiere und Börsen zuständig ist. Cisneros dient im House Armed Services Committee, welches die Verteidigungsministeriumsaufsicht hat. SpaceX verfügt über rund 22 Milliarden Dollar an Aufträgen von US-Regierungsbehörden, wobei das Verteidigungsministerium einer der schnellst wachsenden staatlichen Kunden ist. NASA ist der größte Bundesauftraggeber, mit rund 15 Milliarden Dollar.

Studien widerlegen den mythos des „congressional trading“

Studien widerlegen den mythos des „congressional trading“

Expertenmeinungen zu den Investitionen von Politikern in Aktien sind jedoch geteilt. Eine Studie aus dem Jahr 2004 von Ziobrowski et al. ergab, dass ein Portfolio, das die Kauftransaktionen von Senatoren nachahmt, den Markt um 85 Basispunkte pro Monat übertrifft, während ein Portfolio, das ihre Verkäufe nachahmt, den Markt um 12 Basispunkte pro Monat übertrifft. Allerdings stützt sich diese Analyse auf Daten vor der Einführung des STOCK Act von 2012, der den Einsatz unöffentlicher Informationen durch Politiker für persönliche Gewinne verbietet und Offenlegungsanforderungen stellt. Neuere Analysen, wie beispielsweise die von Belmont et al. (2022) und Baulkarna & Jain (2025), kamen zu dem Schluss, dass die Aktienrenditen von Abgeordneten zufällig sind und keine signifikante Überperformance gegenüber dem Markt zeigen.

Selbst die „Unusual Whales“-Berichte von 2025 zeigten, dass nur 32,2 % der Parlamentsportfolios den S&P 500 übertrafen. Das Fazit war eindeutig: Der Kongress ist kein besserer Geldverwalter als der Durchschnitt. Hätte man also auf die Investitionen der Politiker gesetzt, wäre das Ergebnis vermutlich enttäuschend gewesen.

Fazit: Die Investitionen von Meuser und Cisneros sind kein eindeutiger Hinweis auf eine Aufwärtsbewegung für SpaceX. Die historischen Daten deuten darauf hin, dass Politiker im Allgemeinen keine besseren Anlageentscheidungen treffen als der durchschnittliche Anleger. Eine Investition in SpaceX allein, aufgrund der Beteiligung zweier Kongressabgeordneter, ist daher wahrscheinlich keine fundierte Strategie.