finanzen

Palantir: der ai-hype trügt – ist der preis noch gerechtfertigt?

Die Aktie von Palantir (PLTR) hat im vergangenen Jahr dank des AI-Booms ein beeindruckendes Wachstum verzeichnet. Doch hinter der beeindruckenden Fassade verbirgt sich eine Frage: Ist der aktuelle Kurs wirklich gerechtfertigt? Die Antwort könnte Investoren überraschen.

Der staat als treibende kraft

Palantir, ursprünglich bekannt für seine datenanalytischen Fähigkeiten im Dienste von Militär und Geheimdiensten, hat sich erfolgreich in andere Regierungse Bereiche und schließlich in den kommerziellen Sektor ausgeweitet. Während der staatliche Auftrag weiterhin einen bedeutenden Teil des Umsatzes ausmacht, gewinnt der US-amerikanische Geschäftsbetrieb, insbesondere durch die Integration generativer KI, zunehmend an Bedeutung. Diese Technologie ermöglicht es Palantir, Prozesse zu automatisieren und tiefere Einblicke zu gewinnen.

Die Integration generativer KI hat zu einer bisher ungekannten Nachfrage geführt, die sich in einem Anstieg des US-amerikanischen Umsatzes um satte 137 % gegenüber dem Vorjahr widerspiegelt. Der US-amerikanische Regierungsbereich verzeichnete ebenfalls ein starkes Wachstum von 66 %. Obwohl Palantir ein globales Unternehmen ist, zeigen die Wachstumsraten von 82 % im kommerziellen Bereich und 60 % im Regierungsbereich deutlich, dass die USA KI-Technologien schneller adaptieren als jede andere Region – abgesehen von China.

Ein überhöhter preis für wachstum?

Ein überhöhter preis für wachstum?

Die beeindruckenden Wachstumszahlen lassen Palantir zweifellos in die Kategorie der Hypergrowth-Aktien fallen. Aber hier liegt das Problem: Investoren zahlen einen stolzen Preis für diese vermeintliche Hyperperformance. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 108 – gemessen an zukünftigen Gewinnen – impliziert eine enorme Wachstumsprämie. Wall Street kalkuliert offenbar, dass Palantirs Gewinne bereits in diesem Jahr verdoppelt werden.

Um ein realistischeres Kurs-Gewinn-Verhältnis von beispielsweise 25 zu erreichen, müsste Palantir seine Gewinne jedoch bis 2027 und erneut bis 2028 verdoppeln. Das ist eine ambitionierte Aufgabe für jedes Unternehmen, und der aktuelle Aktienkurs setzt quasi voraus, dass Palantir seine Gewinne in den nächsten Jahren verdreifachen kann. Das mag zwar möglich sein, aber der Preis dafür ist immens.

Anja Hoffmann, InvestSmart.de: “Die hohe Bewertung von Palantir ist ein zweischneidiges Schwert. Während das Wachstumspotenzial zweifellos vorhanden ist, ist es fraglich, ob der aktuelle Aktienkurs diese Chance angemessen widerspiegelt. Investoren sollten sich bewusst sein, dass eine Enttäuschung beim Erreichen der hohen Erwartungen zu einem deutlichen Kursrückgang führen könnte.”

Ich persönlich glaube nicht, dass Palantir die ultimative Hypergrowth-Aktie ist. Zu viel Erfolg scheint bereits im Preis eingepreist zu sein. Um von der aktuellen Kursbasis Gewinne zu erzielen, bedarf es noch besserer Geschäftsergebnisse. Das ist kein überzeugendes Investment-Thesis, und ich bin der Meinung, dass es im Bereich der KI deutlich interessantere Anlageoptionen gibt.

Die bilanz spricht klartext

Die bilanz spricht klartext

Die steigenden Umsätze sind zwar positiv, doch ein genauerer Blick auf die Bilanz offenbart eine gewisse Abhängigkeit von Großaufträgen und staatlichen Verträgen. Eine Verschiebung in den politischen Prioritäten oder ein Ausbleiben neuer Aufträge könnte sich negativ auf die zukünftige Entwicklung auswirken. Zudem ist die Integration generativer KI zwar vielversprechend, aber der Wettbewerb in diesem Sektor nimmt rapide zu. Palantir muss sich gegenüber etablierten Technologieunternehmen und aufstrebenden Start-ups behaupten.