Pfizer-schock: aktien fallen um mehr als 50 % – seagen-deal könnte alles ändern
Ein Desaster für Pfizer: Die aktien des Pharma-Giganten sind seit Ende 2021 um über 50 % eingebrochen. Die Zeichen stehen schlecht, und Experten sehen wenig Hoffnung auf eine rasche Besserung.
Klinische enttäuschung und führungswechsel verstärken die sorgen
Der jüngste Tiefpunkt wurde durch die Ergebnisse eines entscheidenden klinischen Versuchs für das Medikament Sigvotatug Vedotin, erworben durch die milliardenschwere Übernahme von Seagen, verursacht. Die Ergebnisse des Phase-3-Tests, der die Wirksamkeit gegen docetaxel, ein etabliertes Chemotherapeutikum, untersuchte, waren enttäuschend. Die Übernahme von Seagen mit 43 Milliarden Dollar im Jahr 2023 war daher ein riskantes Manöver, das nun seine Grenzen erreicht.
Darüber hinaus gab Pfizer kürzlich bekannt, dass CFO Dave Denton das Unternehmen verlassen wird. Diese Personalentscheidung verstärkt die Befürchtungen hinsichtlich der strategischen Ausrichtung des Unternehmens. Der Markt reagiert sensibel auf Veränderungen an der Spitze, insbesondere bei einem Unternehmen, das in den letzten Jahren mit erheblichen Herausforderungen zu kämpfen hatte.

Herausforderungen bleiben – eliquis-patentverfall droht
Die Probleme von Pfizer reichen jedoch weit über diesen einen klinischen Fehler hinaus. Der Verlust der Patentexklusivität für Eliquis, eines der umsatzstärksten Medikamente des Unternehmens, im Endspurt des Jahrzehnts stellt eine erhebliche Bedrohung dar. Die Finanzlage des Unternehmens ist angespannt und die kommenden Jahre versprechen keine leichte Zeit.
Doch es gibt auch Lichtblicke. Die Akquisition von Seagen hat bereits zu Wachstum in Bereichen wie Padcev, einem Medikament zur Behandlung von Blasenkrebs, geführt. Die Verkäufe stiegen im ersten Quartal um 39 % im Vergleich zum Vorjahr. Zudem gibt es weitere vielversprechende Kandidaten in der Pipeline, darunter auch in den Bereichen Immunologie und Impfstoffe. Die Investition in GLP-1-Medikamente, speziell GLP-097i, könnte das Unternehmen in der Gewichtskontroll-Branche stärken. Es bleibt abzuwarten, ob diese positiven Entwicklungen ausreichen, um den Gesamtverlust auszugleichen.

Langfristige perspektive mit vorsicht
Obwohl eine unmittelbare Erholung derzeit noch ungewiss erscheint, könnte Pfizer langfristig profitieren. Die strategische Diversifizierung des Unternehmens – nicht zuletzt durch die Akquisitionen – bietet Potenzial. Ein Verkauf von 7,3 % ist attraktiv. Die Firma ist weiterhin solide im Bereich Dividenden, und die Entwicklung vieler neuer Therapien bietet eine Grundlage für zukünftiges Wachstum.
