Snowflake: wachstum bremst – ki-boom kann die kurve nicht aufhalten?

Die Aktie des Datenversorger-Spezialisten Snowflake (SNOW) erlebt einen bitteren Frühling 2026. Nach einem deutlichen Rückgang von rund 23 % seit Jahresbeginn steht der Wachstumstitel vor großen Herausforderungen. Trotzdem deutet die zugrundeliegende Geschäftsentwicklung auf beeindruckende Dynamik hin, vor allem im oberen Geschäftsbereich.

Ki-euphorie allein reicht nicht

Die Umsatzsteigerung von Snowflake, die sich auf 30 % im vierten Quartal des Geschäftsjahres belief und 1,23 Mrd. US-Dollar betrug, übertrifft die 29 % des Vorjahresquartals. Ein wesentlicher Treiber ist der Aufschwung der Künstlichen Intelligenz (KI). Immer mehr Kunden nutzen die Datencloud von Snowflake, um die riesigen Datenmengen zu verarbeiten, die für das Training und den Betrieb von KI-Modellen benötigt werden. Das Unternehmen selbst meldete im Telefonkonferenz mit Investoren, dass bereits über 9.100 Konten seine KI-Angebote nutzen.

Das Volumen der noch nicht abgerechneten Aufträge (RPO) stieg im vierten Quartal um 42 % gegenüber dem Vorjahr auf 9,77 Mrd. US-Dollar – bereits das zweite Quartal in Folge mit beschleunigtem Wachstum. Die Kundenbindungsrate (Net Revenue Retention) bleibt mit 125 % auf einem gesunden Niveau, was zeigt, dass bestehende Kunden ihre Ausgaben für die Plattform kontinuierlich erhöhen.

Doch die positive Entwicklung wird durch ein Problem überschattet: Snowflake ist weiterhin nicht profitabel nach den allgemein anerkannten Rechnungslegungsstandards (GAAP). Das Unternehmen verzeichnete im vierten Quartal des Geschäftsjahres einen GAAP-Betriebsverlust von 318,2 Mio. US-Dollar. Während die nicht-GAAP-Umsatzmarge bei 11 % lag, belasten hohe Kosten für Aktienbasierte Vergütungen die Ergebnisse nach GAAP erheblich. Und dann ist da noch der Preis.

Selbst nach dem Rückgang von 23 % im laufenden Jahr ist die Bewertung von Snowflake mit einem Marktkapital von über 57 Mrd. US-Dollar immer noch sehr hoch. Der Markt hat bereits zukünftiges Wachstum und eine deutliche Verbesserung der Rentabilität eingepreist. Sollte Snowflake diese hohen Erwartungen nicht erfüllen, könnten die Verluste erheblich länger dauern.

Die Aktie zeigt zwar eine starke Resilienz und die Position von Snowflake im KI-Ökosystem ist wertvoll. Die Prognose des Managements für ein Umsatzwachstum von 27 % im Geschäftsjahr 2027 bietet viel Spielraum für weiteres Wachstum. Dennoch erscheint die Aufwценка bereits umfassend eingepreist, ohne die Risiken ausreichend zu berücksichtigen. Ich würde die Aktie aktuell nicht kaufen, aber auch nicht verkaufen, wenn man sie bereits besitzt.