Spacex droht börsen-raketenstart: redwire im fokus

Elon Musks Raumfahrt-Gigant SpaceX bereitet sich auf ein Börsengeschäft vor, das die Märkte aufmischen könnte. Doch während die Aktie noch nicht verfügbar ist, haben Investoren bereits andere Unternehmen im Raumfahrtsektor kräftig nach oben getrieben.

Redwire im aufwind – und im visier

Das Unternehmen Redwire (RDW) erlebt derzeit einen beispiellosen Höhenflug, mit einer Steigerung von rund 105 Prozent im bisherigen Jahresverlauf. Doch was steckt hinter diesem anfänglichen Hype?

Anders als SpaceX ist Redwire kein bekannter Name im Alltag. Das Unternehmen wurde erst vor sechs Jahren gegründet, als die Private-Equity-Gesellschaft AE Industrial Partners zwei ihrer Beteiligungen – Adcole Space und Deep Space Systems – zu einer Einheit zusammenführte. Die Performance war in den Jahren nach dem Börsengang über einer SPAC-Fusion eher holprig, doch Redwire profitiert aktuell von einer Reihe von wirtschaftlichen und unternehmensspezifischen Faktoren.

Militarisierung als wachstumstreiber

Militarisierung als wachstumstreiber

Ein entscheidender Faktor ist die zunehmende Militarisierung und der Bedarf an fortschrittlichen Kampfführungssystemen, der vor allem durch den russischen Angriff auf die Ukraine und die anhaltende Konfrontation zwischen den USA und dem Iran beschleunigt wurde. Redwire bedient diesen Markt mit seinen Verteidigungstechnologie-Segmenten – darunter autonome Kampfdrohnen und verschiedene Arten von Navigations- und optischen Hardware zur Überwachung und Aufklärung.

Die Akquisition von Edge Autonomy, einem Spezialisten für Drohnen, der bereits Beziehungen zum US-Verteidigungsministerium und anderen Regierungen pflegt, hat Redwire zusätzlich gestärkt. Diese Übernahme ermöglichte einen schnellen Ausbau des Geschäfts mit Drohnen für Aufklärungsmissionen.

Nasa und die zukunft der raumfahrtinfrastruktur

Nasa und die zukunft der raumfahrtinfrastruktur

Neben der Verteidigung konzentriert sich Redwire auch auf die wachsende Tendenz von staatlichen Organisationen wie der NASA, mehr ihrer Hardware-Bedürfnisse an kommerzielle Unternehmen auszulagern. Die Bildgebung- und Navigationstechnologie des Unternehmens wurde beispielsweise für das Orion-Raumschiff der Artemis-II-Mission, einer bemannten Mondumrundung, eingesetzt. Das Unternehmen profitiert somit von der Rückkehr der NASA zum Mond.

Schwarze zahlen bleiben eine herausforderung

Schwarze zahlen bleiben eine herausforderung

Die jüngsten Finanzzahlen von Redwire sind jedoch ermutigend: Der Umsatz stieg im ersten Quartal um rund 58 Prozent auf 97 Millionen Dollar, vor allem dank des Verteidigungstechnologie-Segments, das seine Verkäufe mehr als vervierfacht hat. Allerdings ist 44,3 Millionen Dollar eine relativ geringe Summe im Verteidigungssektor. Investoren müssen erwarten, dass dieses Segment weiterhin ein hohes Wachstumspotenzial hat.

Die Bilanz des Unternehmens ist jedoch weniger eindeutig. Wie viele andere Unternehmen der nächsten Generation hat Redwire Schwierigkeiten, einen klaren Weg zur Rentabilität zu zeigen. Forschungskosten und allgemeine Verwaltungskosten sind gestiegen – wahrscheinlich aufgrund von jüngsten Akquisitionen, die neue, hochbezahlte Manager, Ingenieure und Spezialisten mit sich bringen. Die hohen Ausgaben führten zu einem Rückgang der Betriebsgewinne um fast das Vierfache auf 69,7 Millionen Dollar. Unternehmen, die ihre Geschäftstätigkeit nicht mit internen Cashflows finanzieren können, müssen auf externe Kapitalquellen wie Aktienemissionen zurückgreifen.

Am 9. Juni fiel der Aktienkurs um mehr als 15 Prozent, nachdem das Management angekündigt hatte, 500 Millionen Dollar an neuen Aktien zu verkaufen, um die Betriebskosten zu decken. Obwohl eine Aktienemission oft notwendig ist, um das Wachstum und die Überlebenschancen eines Unternehmens zu sichern, erhöht sie die Anzahl der ausgegebenen Aktien und reduziert somit die Ansprüche der bestehenden Investoren auf zukünftige Gewinne. Ist Redwire ein Milliardär-Aktie?