Upstart: ki-schub, aber noch lange kein comeback?

Nach einer turbulenten Vergangenheit erlebt Upstart Holdings (UPST) in den vergangenen fünf Jahren eine Achterbahnfahrt. Anfangs getrieben von einem triumphalen Börsengang, traf das Unternehmen auf hohe Zinsen und sinkende Kreditnachfrage, was zu einem massiven Umsatzrückgang und steigenden Verlusten führte. Doch in den Jahren seither ist die Einnahmenerholung gelungen – und Upstart ist wieder profitabel. Trotzdem liegt der Aktienkurs immer noch über 92 % unter seinem Höchststand, und es bleibt abzuwarten, ob eine nachhaltige Erholung überhaupt möglich ist.

Ki-gestütztes kreditgeschäft im aufwind

Upstart operiert als Marktplatz, der Finanzinstitute mit seinen KI-Modellen und einer cloudbasierten Anwendung bei der Kreditvergabe und Risikobewertung unterstützt. Das Unternehmen ist bisher nicht in den Wohnungsvermarktungsektor eingestiegen, bietet aber seine Technologie für Autokredite, Privatkredite und Pfandleihverträge an. Die jüngsten Quartalsergebnisse zeigen ein beachtliches Wachstum: Die Transaktionsvolumina stiegen um 77 %, und die Kreditvergabe erreichte 3,4 Milliarden Dollar – ein Anstieg von 61 % gegenüber dem Vorjahresquartal.

Wichtige Kennzahlen: Marktcap 3,0 Mrd. USD, Tagesbereich 29,66 – 32,39 USD, 52-Wochen-Bereich 23,96 – 87,30 USD, Volumen 103,8 K, durchschnittliches Volumen 4,8 Mio.

Zweifel und risiken im blick

Zweifel und risiken im blick

Obwohl das Umsatzwachstum beeindruckend war, meldete Upstart weiterhin negative operative und Nettogewinne. Die Verluste erhöhten sich von 4,5 Mio. USD im ersten Quartal 2025 auf 6,6 Mio. USD im aktuellen Quartal – ein deutlicher Anstieg. Selbst auf Basis des bereinigten EBITDA war die Profitabilität im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig. Der Aktienkurs von derzeit 31,11 USD wird mit 35-fachen Forward-Erträgen gehandelt, was die Aktie nicht gerade günstig erscheinen lässt. Die hohen Short-Interessenten – rund 32 % des freien Aktienbestands – unterstreichen die Unsicherheit bezüglich des Weges zu nachhaltigen Gewinnen.

Management-ziele bleiben bestehen

Management-ziele bleiben bestehen

CEO Paul Gu bekräftigte die Umsatzprognose von 1,4 Milliarden Dollar und ein bereinigtes EBITDA von 294 Millionen Dollar im Jahr 2026 – ein Anstieg von 34 % bzw. 27,5 % im Vergleich zu 2025. Darüber hinaus plant Upstart weiterhin, sich um eine nationale Charter zu bemühen, wobei das Unternehmen primär auf Drittparteien-Kapital setzt, anstatt zu einer Bank zu werden – ein Schritt, der vor allem darauf abzielt, seine Präsenz in allen 50 US-Bundesstaaten auszubauen und Compliance- und Back-Office-Kosten zu senken.

Die größten Risiken liegen in der fehlenden Überprüfung der KI-Modelle unter realen Bedingungen und der Performance der Kreditvergabe. Die hohen Bewertungen – 35-fach das zukünftige Gewinnniveau – rechtfertigen eine vorsichtige Herangehensweise.