Cvc schlägt kräftig auf nexi-übernahme in – italienische regierung im visier
Die Private-Equity-Firma CVC prüft derzeit ein potenzielles Transaktionsvolumen von rund 9 Milliarden Euro für den italienischen Zahlungsdienstleister Nexi. Laut Financial Times-Berichten verfolgt CVC nach früheren Übernahmekandidaturen einen neuen Ansatz.
Schutzschirm der regierung erforderlich?
Nexi, dessen größter Anteilseigner die Buyout-Firma Hellman & Friedman ist, steht unter dem Druck sinkender Gebühren in der europäischen Zahlungsbranche, sowie der Neuverhandlung wichtiger Verträge und dem Wettbewerb durch Fintech-Unternehmen. Ein Insider bei CVC erklärte gegenüber der FT, dass das Unternehmen ohne Unterstützung der italienischen Regierung keine Angebotsverhandlungen weiterführen würde. „Das Problem ist derzeit voll und ganz politischer Natur“, fügte er hinzu.
Eine weitere Quelle nahe am Sachverhalt teilte mit, dass die Prüfung von CVC sich noch in einem frühen Stadium befindet und möglicherweise nicht zu einem formellen Angebot führt. Ein Vertreter von Hellman & Friedman betonte gegenüber der FT, dass der Investor keine Gespräche mit CVC oder Banken über eine mögliche Transaktion führt, „würde sich aber bei einem entsprechenden Angebot melden“.

„Goldene macht“ der regierung greift ein
Italiens „Goldene Macht“-Regeln, die auf strategisch wichtige Vermögenswerte wie die Banken-Infrastruktur angewendet werden, erlauben der Regierung, eine ausländische Übernahme von Nexi zu blockieren. Zahlreiche Beteiligte an der Angelegenheit bestätigten, dass der in Betracht gezogene Vorschlag die digitale Banklösung von Nexi trennen und an einen von der Regierung unterstützten Investor wie Cassa Depositi e Prestiti (CDP) vergeben würde. Ziel dieser Trennung sei es, das Risiko zu verringern, dass Rom seine Veto-Macht einsetzt. Allerdings äußerte sich CDP, der staatliche Fonds und zweitgrößter Anteilseigner von Nexi, offenbar nicht grundsätzlich positiv gegenüber der Übernahme des Zahlungsdienstleisters durch ein Private-Equity-Unternehmen.
Letztes Jahr lehnte Nexi ein Angebot von 1 Milliarde Euro von der US-amerikanischen Private-Equity-Firma TPG für seine digitale Banklösung ab. Die anderen beiden Geschäftsbereiche des Unternehmens – Merchant Solutions, das Zahlungsdienstleistungen für Einzelhändler anbietet, und Issuing Solutions, das mit Finanzinstituten zusammenarbeitet, um Zahlungskarten auszustellen – erwirtschafteten im Jahr 2025 fast 60 % des Gesamtumsatzes von 3,6 Milliarden Euro von Nexi. Der geplante Umbau von Nexi, wie von den Beteiligten berichtet, sieht eine Neupositionierung des Unternehmens als Software-orientiertes Unternehmen vor.
Italienische Beamte informierten die FT darüber, dass ihre Priorität darin liege, Nexi nach einer Phase des schnellen Wachstums – einschließlich der 2020er Akquisitionen der italienischen Zahlungsdienstleister Sia und Nets – zu reorganisieren. Dies führte zu einem Rückgang des Aktienkurses und zu einem Verlust des Anlegervertrauens in ein Modell, das zuvor als cash-generativ angesehen wurde. Die Entwicklung ist ein deutlicher Hinweis auf die politische Sensibilität rund um strategisch wichtige Vermögenswerte in Italien.
