Iran-konflikt: ölpreise explodieren – börsen haben historisch überlebt

Die Militäroperationen zwischen den USA und Israel gegen Iran haben die Märkte erschüttert. Doch die Geschichte zeigt: Krisen haben die Börse oft gestärkt. Die Frage ist: Wird dieser Konflikt einen Crash auslösen?

Historische daten deuten auf widerstandsfähigkeit hin

Historische daten deuten auf widerstandsfähigkeit hin

Die Geschichte lehrt, dass geopolitische Ereignisse zwar kurzfristig für Nervosität sorgen, aber selten zu dauerhaften Börsencrashs führen. Seit dem Zweiten Weltkrieg hat die S&P 500 nach größeren geopolitischen Schocks im Durchschnitt innerhalb von sechs Monaten um 5 % zugelegt. Dieses Muster wiederholt sich, auch wenn die kurzfristigen Reaktionen oft negativ sind.

Ein wichtiger Faktor dabei ist der Ölpreis. Historisch gesehen haben Unterbrechungen der Ölversorgung – beispielsweise durch politische Spannungen – zu erheblichen Schwankungen an den Märkten geführt. Der Ölpreis für West Texas Intermediate ist diese Woche um 36 % gestiegen, nachdem der Schiffsverkehr durch den Schahran-Straße beeinträchtigt wurde.

Die Ölpreise beeinflussen nicht nur die Kosten für Verbraucher, sondern auch die Unternehmensgewinne und die allgemeine Wirtschaftslage. Die Geschichte zeigt, dass solche Energieengpässe oft die Börse belasten. So führte beispielsweise der Ölembargo von 1973 zu einem Einbruch des S&P 500 um fast 44 % über 11,5 Monate.

Daten des Carson Group zeigen, dass die S&P 500 nach größeren geopolitischen Ereignissen zu 65 % des Falles wieder übertrifft. Das ist ein ermutigender Wert. Und die durchschnittliche Erholung eines Bärenmarktes dauert seit dem Beginn der Weltwirtschaftskrise nur 286 Tage.

Der S&P 500 hat in der Vergangenheit 3,5 Mal länger gebraucht, um sich von einem Bärenmarkt zu erholen, als er dauerte, um sich zu bilden. Wenn der Iran-Konflikt zu einem Börsencrash führt, wird er wahrscheinlich kurzlebig sein. Opportunistische Anleger könnten hier eine Kaufgelegenheit sehen. Die Vergangenheit zeigt, dass die Märkte widerstandsfähiger sind, als man oft annimmt.

Ryan Detrick von Carson Group hat eine Grafik zusammengestellt, die die Performance der S&P 500 nach größeren geopolitischen Ereignissen seit dem Zweiten Weltkrieg zeigt. Die Ergebnisse sind erstaunlich: Die Börse hat sich in der Regel erholt – und zwar oft schneller als erwartet.

Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie bietet wertvolle Einblicke. Die Angst vor dem Unbekannten ist menschlich. Aber die Börse hat in der Vergangenheit bewiesen, dass sie Krisen überstehen kann. Die aktuelle Situation ist angespannt, doch die langfristige Perspektive bleibt positiv. Die Reaktion der Märkte auf geopolitische Risiken ist ein Balanceakt zwischen Angst und Hoffnung. Und die Hoffnung, so die Geschichte, gewinnt meistens.