Ki-boom: asml oder broadcom – wer profitiert wirklich?
Die künstliche Intelligenz (KI) treibt die Nachfrage nach Halbleitern in ungeahnte Höhen, und damit auch die Aktienkurse vieler Zulieferer. Zwei Namen dominieren derzeit die Schlagzeilen: ASML und Broadcom. Doch bei genauerer Betrachtung offenbart sich eine überraschende Empfehlung für Investoren.
Asml: ein monopol mit astronomischem preis
ASML, der niederländische Spezialist für Lithographie-Anlagen, genießt einen nahezu uneinsehbaren Vorteil. Das Unternehmen hält das Monopol bei der Herstellung von EUV-Lithographie-Systemen, die für die Produktion modernster Chips unerlässlich sind. Die jüngsten Finanzergebnisse unterstreichen diese Dominanz eindrücklich: 32,7 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2025 – ein Plus von rund 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – und ein Gewinn von 9,6 Milliarden Euro. Ein Auftragseingangsbestand von 38,8 Milliarden Euro deutet zudem auf eine weiterhin hohe Nachfrage hin.
Doch der Preis, den Anleger für diesen Wettbewerbsvorteil zahlen müssen, ist immens. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von aktuell 40 wird ASML mit einer Prämie bewertet, die eine nahezu fehlerfreie Ausführung und anhaltendes, schnelles Wachstum über Jahre hinweg voraussetzt. Das ist ein riskantes Spiel, insbesondere in einer zyklischen Branche, in der Verzögerungen bei der Chip-Produktion oder eine Abschwächung der Konjunktur schnell zu Kursverlusten führen können. Die Erwartungen sind schlichtweg zu hoch eingepreist.
Broadcom: explosives wachstum zum schnäppchenpreis
Broadcom hingegen präsentiert ein beeindruckendes Wachstum, das bei weitem nicht in der Bewertung widergespiegelt wird. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 konnte der Umsatz um stolze 29 Prozent auf 19,3 Milliarden Dollar steigen, wobei der Umsatz mit KI-Halbleitern um unglaubliche 106 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar explodierte. Diese Nachfrage nach Spezialbeschleunigern und Netzwerkgeräten hält an.
Besonders bemerkenswert ist die klare Prognose von Broadcom-Chef Hock Tan, dass das Unternehmen allein im Bereich KI-Chips im Jahr 2027 einen Umsatz von über 100 Milliarden Dollar erzielen wird. Und trotzdem handelt die Aktie zu einem KGV von lediglich 29 – ein attraktiver Preis im Vergleich zu ASML. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Broadcom bietet ein deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.
Die Abhängigkeit von einigen wenigen Hyperscalern stellt zwar ein gewisses Risiko dar, aber auch diese Gefahr scheint bereits im Aktienkurs berücksichtigt zu sein. Außerdem eröffnet sie Broadcom die Möglichkeit, von den schnell wachsenden Cloud-Diensten dieser Unternehmen zu profitieren.
Die Entscheidung ist gefallen: Während ASML zweifellos ein exzellentes Unternehmen mit einem starken Wettbewerbsvorteil ist, erscheint die Aktie überbewertet. Broadcom hingegen bietet eine attraktive Möglichkeit, an der KI-Revolution zu partizipieren, ohne dabei ein überhöhtes Risiko einzugehen.