Ki-krieg auf kosten der anleger: openai gegen anthropic

OpenAI und Anthropic – die beiden Giganten der künstlichen Intelligenz – liefern sich einen Wettlauf um die Vorherrschaft, der potenziell die Börse erschüttern könnte. Beide Unternehmen haben kürzlich massive Finanzierungsrunden abgeschlossen, die ihnen einen Wert von fast einer Trillion Dollar einbringen. Bald könnten ihre Machtkämpfe auf den öffentlichen Finanzmärkten ihren Ausgang finden.

Der kampf um die ki-zukunft – und ihr geld

Sowohl OpenAI als auch Anthropic haben bei der US-Börsenaufsicht SEC anonyme Registrierungsdokumente eingereicht, was eine mögliche Börsengang (IPO) nahelegt. Wann genau das passieren wird, ist noch unklar, aber die Dynamik deutet auf eine rasche Entwicklung hin. Wie mit SpaceX gezeigt wurde, können Börsengänge für Investoren ein riskantes Unterfangen sein.

Doch wer ist der bessere Kandidat für eine Investition? ChatGPT hat OpenAI frühzeitig den Markt im Griff gehabt, doch Anthropic hat in den letzten Monaten stark aufgeholt und aktuell die bessere Wahl darstellt. Warum?

Anthropic – der klare favorit

Anthropic – der klare favorit

Während ChatGPT weltweit rund 1 Milliarde aktive Nutzer zählt – eine Zahl, die Anthropic in den Schatten stellt – hat sich Anthropic im Enterprise-Bereich durchgesetzt. Claude überzeugt mit seiner Leistung in Bereichen wie Programmierung, Schreiben und Detailarbeiten und gewinnt damit geschäftliche Kunden. Aktuell generiert Anthropic rund 80 Prozent seines Umsatzes durch APIs und Entwicklerwerkzeuge – eine hohe Konzentration, die dem Unternehmen einen deutlichen Vorteil verschafft.

Der Jahresumsatz von Anthropic ist in nur sechs Monaten von 9 Milliarden auf unglaubliche 47 Milliarden Dollar gestiegen. Eine exponentielle Entwicklung, die Investoren beeindruckt.

OpenAI hingegen verzeichnet nur etwa 40 Prozent seines Umsatzes aus dem Enterprise-Bereich. Die starke Abhängigkeit von einer riesigen Nutzerbasis, die sich nur schwer für Premium-Abonnements begeistert, stellt eine Herausforderung dar. Die beiden Unternehmen sind derzeit tief in der Unrentabilität stecken, da sie massiv in Forschung und Entwicklung sowie die notwendige Infrastruktur investieren. OpenAI verzeichnete allein im vergangenen Jahr einen Verlust von rund 38,5 Milliarden Dollar und prognostiziert eine Rentabilität erst im Jahr 2030.

Anthropic hingegen meldete im zweiten Quartal bereits seinen ersten operativen Gewinn. Die Prognose von 2028 als erstes profitables Jahr scheint realistischer denn je. Investoren sollten sich jedoch nicht blind auf diese Zahlen verlassen – beide Unternehmen entwickeln schnell neue Funktionen und Modelle, was zu einer dynamischen Marktsituation führen könnte. Die 130-prozentige Umsatzsteigerung von Anthropic im zweiten Quartal ist beispielsweise noch nicht nachhaltig.

Die bewertungsfrage – wer wird teurer?

Die bewertungsfrage – wer wird teurer?

Die aktuellen Bewertungen der Unternehmen sind enorm. Anthropic wurde bei seiner letzten Finanzierungsrunde mit einem Wert von 965 Milliarden Dollar bewertet – das entspricht einem Multiplikator von rund 20,5 Mal dem erwarteten Umsatz von 2026. OpenAI erhielt zuletzt 852 Milliarden Dollar, was einem Multiplikator von 34,1 Mal dem prognostizierten Umsatz von 25 Milliarden Dollar für 2026 entspricht. Ein Vergleich ist schwierig, da die Datenlage dünn ist. Es scheint jedoch, dass OpenAI derzeit überhöht bewertet wird.

Meine Prognose: Dieses Verhältnis könnte sich bei der nächsten Finanzierungsrunde von Anthropic ändern, insbesondere wenn eine Börsengang dabei ist. Derzeit scheint Anthropic auf dem Vormarsch zu sein, während OpenAI an Dynamik verliert. Wenn Sie nun in einen dieser IPO-Aktien investieren möchten, ist Anthropic derzeit die sicherere Wahl.

Offenlegung: OpenAI plant offenbar, mit einem Smart-Home-Lautsprecher in den Consumer-Hardware-Bereich einzusteigen. Ein riskantes Unterfangen, das OpenAI von seinen Kernkompetenzen ablenken könnte. Die Margen in diesem Segment sind gering, und der Markt ist bereits stark umkämpft.