Kraftstoffpreise und geopolitische unsicherheit: ein risiko für refinierer
Die ersten Quartalsergebnisse von Valero Energy, Marathon Petroleum und Phillips 66 deuten auf ein gutes Jahr über 2025 hin. Doch die Welt der Ölraffinerien ist komplex und von ständigen Veränderungen geprägt.
Ein starkes beginn ins jahr
Valero Energy meldete für das erste Quartal 2026 ein Ergebnis von 4,22 US-Dollar pro Aktie. Das ist eine erhebliche Verbesserung gegenüber dem Verlust von 1,90 US-Dollar pro Aktie im gleichen Quartal des Vorjahres. Nach Abzug von außergewöhnlichen Einmalbeiträgen verbesserte sich der Verlust auf 0,89 US-Dollar pro Aktie.
Marathon Petroleum berichtete ein Ergebnis von 1,73 US-Dollar pro Aktie im ersten Quartal 2026. Nach Abzug von außergewöhnlichen Einmalbeiträgen lag es bei 1,65 US-Dollar. Das ist jedoch immer noch weitaus besser als der Verlust von 0,24 US-Dollar pro Aktie im gleichen Quartal des Vorjahres.
Phillips 66 gab daneben ein weiteres Datenpunkt ab, den die anderen beiden Konkurrenten ausblendeten: das Ergebnis des vierten Quartals 2025. Der Energiekonzern erzielte im ersten Quartal 2026 eine angepasste Gewinnmarge von 0,49 US-Dollar pro Aktie, was materiell unter dem Ergebnis des vierten Quartals lag, das bei 2,47 US-Dollar pro Aktie ausgefallen war.

Eine saisonale spekulation, die nicht immer lohnt
Es ist nur fair, dass alle drei Unternehmen zwischen dem ersten und zweiten Quartal 2025 ein verbessertes Ergebnis verzeichneten. Zwei der drei Unternehmen sahen sogar eine ähnliche Einnahmeverbesserung im zweiten Quartal 2024. Doch alle drei erlebten einen Rückgang der Einnahmen zwischen dem ersten und zweiten Quartal 2023.
In anderen Worten: Die Geschichte ist nicht eindeutig, ob Raffinerien wie Valero Energy, Marathon Petroleum und Phillips 66 von der Spitze der Fahrsaison profitieren werden. Wenn Sie einfach darauf abzielen, einen kurzfristigen Handel zu tätigen, sollten Sie Ihrem Investmentplan nachdenken.

Die unsichereren faktoren der zukunft
Das Jahr 2026 bringt außerdem einen weiteren großen Faktor, der die Ausgangslage für die Refinierer noch komplizierter macht: den anhaltenden geopolitischen Konflikt im Mittleren Osten.
Tatsächlich sind die Ölpreise ein wichtiger Kostenfaktor in der Raffineriebranche, und die hohen Energiepreise, die aus dem Konflikt resultieren, sind grundsätzlich schlecht für die Raffinerien. Phillips 66 meldete sogar einen Verlust von 839 Millionen US-Dollar aus hedging-Aktivitäten im ersten Quartal, vermutlich aufgrund der rapiden steigenden Energiepreise.
Ein Wechsel in der Richtung des Konflikts könnte die Ergebnisse dieser drei großen US-amerikanischen Raffinerien dramatisch verändern, besser oder schlechter.
