Progressive: trotz steigender einnahmen – warum die aktie im keller?
Der Versicherer Progressive hat im ersten Quartal erneut beeindruckt. Doch warum unterperfromt er andere Versicherungsaktien? Während Titel wie Allstate deutlich zuwachsen, sinkt die Aktie von Progressive um mehr als 23 Prozent im vergangenen Jahr. Die Einnahmen und Gewinne sind zwar weiterhin gestiegen, das Wachstum verlangsamt sich jedoch in den letzten Quartalen.
Zweifel am weiterhin positiven trend
Die Befürchtungen, dass ein Abschwung auf dem Versicherungsmarkt mit zunehmender Konkurrenz, gelasten Risikoprüfungen und niedrigeren Prämien die Ergebnisse belasten wird, sind keineswegs ausgeräumt. Progressive scheint jedoch auf diesen Markt zu setzen und sein Wachstum fortzusetzen.
Im Q1 2026 verzeichnete das Unternehmen Umsatzerlöse von 22,2 Milliarden Dollar und einen Nettogewinn von 2,8 Milliarden Dollar, was einem Gewinn pro Aktie von rund 4,81 Dollar entspricht. Die Gewinnmargen lagen bei 13,6 Prozent, die kombinierten Kosten bei 86,4 Prozent – deutlich besser als die üblichen 90+ Prozent bei anderen P&C-Versicherern.

Wachstum im policys-bereich, aber mit einschränkungen
Trotz der starken Margen und des kontinuierlichen Wachstums der Police-Stärke – hier stieg die Anzahl der Police um 9 Prozent auf 39,6 Millionen – reagierte der Markt mit gemischten Signalen. Die Erwartungen an Netto- und Gesamt-Policys-Wachstum wurden knapp verfehlt. Die Prämieneinnahmen stiegen um 6 Prozent, die erwirtschafteten Prämien um 8 Prozent – im Vergleich zu 12 und 10 Prozent im Vorjahr.
Die Aktie scheint trotz anhaltender Unsicherheit weiterhin überbewertet. Die nächste Quartalsberichterstattung steht noch bevor, aber bereits die monatlichen Finanzberichte liefern Einblicke. Im April 2026 meldete Progressive erneut solides Wachstum bei Netto- und erwirtschafteten Prämien, mit Zuwächsen von 6 und 7 Prozent. Der Nettogewinn stieg um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Allerdings verzerrte eine hohe Gewinnausschüttung aus Investitionen die Ergebnisse. Die kombinierte Kostenquote stieg auf 90,2 Prozent, was zu Margen von lediglich 9,8 Prozent führte – ein deutlicher Rückgang gegenüber den Q1-Margen.

Analysten bleiben skeptisch
Progressive scheint sich auf das Wachstum zu konzentrieren, während Analysten mit Einschätzungen von 16,40 und 16,19 Dollar pro Aktie für 2026 und 2027 vorsichtig bleiben. Das ist ein deutlicher Abtausch gegenüber den 18,25 Dollar des Vorjahres. Angesichts der anhaltenden Unsicherheit könnte es ratsam sein, auf die Seiten zu bleiben.
Progressive verhandelt mit einem Aufschlag von 12 Mal auf die Vorjahres-Earnings – deutlich höher als Allstate mit rund 9 Mal. Ein weiterer Kursrückgang ist durchaus möglich, aber eine massive Wertminderung erscheint derzeit unwahrscheinlich.
