Saas-branche im schgrund: ki-revolution droht

Die Software-as-a-Service (SaaS)-Aktien haben 2026 eine schwere Zeit hinter sich. Befürchtungen vor einer disruptiven Wirkung künstlicher Intelligenz (KI) haben zu einem massiven Verkaufsdruck, dem sogenannten "SaaSpocalypse", geführt. Während der Sektor 2025 bereits unter Druck stand, traf die Branche in diesem Jahr mit der Veröffentlichung von Anthropic's Claude Code einen besonders harten Schlag.

Agentische kodierung: ein gamechanger?

Plötzlich standen agentische Codierungswerkzeuge bereit, die es ermöglichen, Software mithilfe von KI schnell und einfach zu erstellen. Die Einstiegshürden für die Softwareentwicklung schienen damit verschwunden. Die Investoren reagierten mit einer breiten Panikverkäufe. Das Problem: Agentische Kodierung ist zwar im schnellen Erstellen von Benutzeroberflächen und Kernfunktionen stark, doch sie verweist bei langfristiger Wartung, Governance, Compliance und zukünftigen Integrationen auf ihre Grenzen. Die Möglichkeit, proprietäre Software selbst zu entwickeln, war nie so einfach gewesen – aber die Verantwortung für Updates, regulatorische Änderungen, API-Konflikte und Cybersecurity-Bedrohungen ist oft einfach zu groß.

Der entscheidende Faktor ist die Datenbasis, auf der diese KI-Agenten operieren. Statt die eng mit ihren Kunden verbundenen Datenströme zu ersetzen, bieten die SaaS-Anbieter eine elegante Lösung: Sie integrieren KI-Funktionen in ihre bestehenden Plattformen. So profitieren Unternehmen wie ServiceNow (NOW) und Salesforce (CRM) – unabhängig von den jüngsten Kursbewegungen – von der KI-Revolution. Beide Unternehmen sind gut positioniert, um nicht als Opfer, sondern als Gewinner dieser Entwicklung zu gelten.

Servicenow: das ki-orchestrierungszentrum

Servicenow: das ki-orchestrierungszentrum

ServiceNow ist dabei auf dem Weg, zu einem Zentrum für KI-Orchestrierung zu werden. Die Plattform operiert nicht nur oberhalb der Daten, sondern bildet das interne Leitungsnetzwerk, das IT-Abteilungen für den Betrieb ihrer gesamten Software-Stacks benötigen. Die Configuration Management Database (CMDB) ist tief in die Arbeitsabläufe der Kunden integriert und dient als zentraler Anlaufpunkt. Diese komplexe Infrastruktur lässt sich nichteinfach austauschen oder replizieren. Mit der Einführung von AI Control Tower und den jüngsten Cybersecurity-Akquisitionen von Armis und Veza stärkt ServiceNow seine Position im Bereich der Rechteverwaltung und Asset-Sichtbarkeit. Das eröffnet enorme Wachstumspotenziale.

Salesforce: der ideale ki-booster

Salesforce: der ideale ki-booster

Salesforce hat sich besonders gut auf die agentische KI vorbereitet. Anstatt KI-Tools einfach aufzusetzen, positioniert das Unternehmen seine Plattform als idealen Launchpad für Agenten. Wie bereits erwähnt, sind KI-Agenten nur so gut wie die Daten, die sie zur Verfügung haben. Salesforce hat dafür gesorgt, dass das Unternehmen die Kontrolle über die Kundendaten behält – beispielsweise durch die Einführung der Data 360-Lösung, die Daten aus verschiedenen cloud-Anbietern ohne Transfer in das System integriert. Die Akquisition von Informatica ermöglicht eine strukturierte Datenverarbeitung und die Vorbereitung der Agentforce-Plattform. Mit einem Forward P/S-Verhältnis von 3,7 und einem Forward P/E-Verhältnis von 14, scheint Salesforce eine attraktive Bewertung zu haben und plant weiterhin ein starkes Umsatzwachstum.

Fazit: Ich halte beide Aktien für interessant und besitze beide. Wenn ich mich jedoch für eine entscheiden müsste, würde ich ServiceNow wählen. Das Unternehmen ist stärker in die Kunden integriert und hat mit der KI-Orchestrierung ein enormes Potenzial. Salesforce bietet eine solide Grundlage, aber ServiceNow scheint hier den größeren Schub zu versprechen.