Sandisk und micron: chip-rally – eine unerwartete explosion

Sandisk und Micron Technology haben sich dieses Jahr ins Unermessliche getrieben – und das völlig unerwartet. Während Investoren noch vor wenigen Monaten skeptisch waren, steigen die Aktien beider Unternehmen um mehr als 600% und 240% im Vergleich zum Ausgangspunkt des Jahres. Das ist kein harmloser Aufwärtstrend, sondern eine Performance, die die Finanzwelt verblüfft.

Der chip-mangel als katalysator

Die Ursache für diesen beispiellosen Höhenflug ist offensichtlich: Der globale Speicherchipmarkt befindet sich in einer extrem angespannten Lage. Die Nachfrage nach NAND- und DRAM-Chips ist immens, während das Angebot weiterhin marode ist. Während viele Komponenten für Rechenzentren problemlos skaliert werden konnten, ist der Speicherbereich weiterhin unterversorgt.

Die steigenden Preise für Speicherchips haben die Umsätze von Sandisk und Micron dramatisch erhöht. Beide Unternehmen haben nicht nur ihre Einnahmen gesteigert, sondern auch ihre Gewinnmargen auf ein neues, beachtliches Niveau getrieben – ein zweifaches Wachstum, das die Aktienkurse beflügelte.

Der überraschende wendepunkt

Der überraschende wendepunkt

Was diese Entwicklung noch bemerkenswerter macht, ist der Zeitpunkt, an dem sie begann. Vor rund einem Jahr hätte kaum jemand eine Knappheit bei Speicherchips erwartet. Sandisk und Micron waren damals selbst mit niedrigen Margen und geringem Wachstum kaum von anderen Unternehmen zu unterscheiden. Die Aktien wurden zu einem extrem günstigen Preis gehandelt – ein Deal, den Investoren damals wahrscheinlich nicht als lukrativen angesehen haben.

Doch die Kombination aus niedrigem Aktienkurs, explosionsartig wachsenden Umsätzen und steigenden Margen hat nun eine perfekte Sturmflut ausgelöst. Die Aktien von Sandisk und Micron sind in ungeahnte Höhen gestiegen – und das ohne Anzeichen einer Blase.

Die zukunft im blick: ein vorsichtiger optimismus

Die zukunft im blick: ein vorsichtiger optimismus

Es bleibt abzuwarten, ob diese Entwicklung nachhaltig ist. Die Sorge besteht darin, dass der Speicherchipmarkt im nächsten Jahr wieder in die trostlosen Verhältnisse von 2025 zurückkehren könnte, mit niedrigen Preisen und schwachen Margen. Das würde die bisherigen Gewinne beider Unternehmen zunichte machen und ihre Investitionen in Frage stellen.

Allerdings rechnet Micron mit anhaltenden Engpässen bis 2027. Die zunehmende Verfügbarkeit neuer Kapazitäten bei anderen Speicherchip-Herstellern dürfte diese Engpässe jedoch bald beenden. Ob der steigende Bedarf durch künstliche Intelligenz (KI) ausreichend gedeckt werden kann, ist derzeit noch unklar. Bis dahin bieten Sandisk und Micron jedoch weiterhin interessante Anlagechancen – vorausgesetzt, man hat ein gewisses Risikoprofil und kann den Markt im Auge behalten.

Sandisk (SNDK): Kurs 14,13% Micron Technology (MU): Kurs 5,68%