Steigende grundsteuern: steuerzahler klagen, reformen stocken

Eine Welle der Unzufriedenheit über die explodierenden Grundsteuern rollt über die USA. Hausbesitzer sehen sich mit drastisch gestiegenen Rechnungen konfrontiert, während Bemühungen auf bundesstaatlicher Ebene, die Steuererhöhungen einzudämmen oder ganz abzuschaffen, weitgehend scheitern. Die Situation spitzt sich zu, da politische Fristen ablaufen und Kompromisse schwer zu finden sind.

Grundsteuern steigen bundesweit – hausbesitzer sind betroffen

Grundsteuern steigen bundesweit – hausbesitzer sind betroffen

Die Steuerlast für Immobilienbesitzer in den Vereinigten Staaten hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Während die Gründe dafür vielfältig sind – steigende Immobilienpreise sind ein wesentlicher Faktor – führt die Entwicklung zu wachsender Verärgerung unter den Steuerzahlern. In vielen Bundesstaaten werden nun Versuche unternommen, die Steuererhöhungen zu stoppen oder zumindest zu begrenzen, doch bisher mit begrenztem Erfolg.

Florida beispielsweise verpasste das Ende seiner Legislaturperiode, ohne ein Gesetz zu verabschieden, das die Grundsteuern auf viele Wohnhäuser abschaffen würde. Ein umfassender Vorschlag in Georgia scheiterte an der Verabschiedung, sodass der Staat nun eine weniger ambitionierte Maßnahme prüft, die die zukünftigen Steuererhöhungen begrenzt. Iowa befindet sich in einer ähnlichen Situation, da der Senat und das Repräsentantenhaus zwei unterschiedliche Gesetzesentwürfe diskutieren, die bisher nicht zu einem Konsens geführt haben.

Die politischen Bemühungen, die Grundsteuern zu senken, sind zwar zahlreich – über ein Dutzend Bundesstaaten erwägen Maßnahmen – doch die Umsetzung gestaltet sich schwierig. Der Grund dafür liegt in den komplexen wirtschaftlichen Realitäten. In den meisten Bundesstaaten stammen etwa 70 % der lokalen Einnahmen aus Grundsteuern. Eine Reduzierung dieser Einnahmequelle hat daher weitreichende Folgen für die kommunalen Budgets, die für öffentliche Sicherheit, Parkpflege und andere wichtige Dienstleistungen benötigt werden.

Diese Entwicklung trifft besonders einkommensschwache Haushalte und Rentner hart, da Grundsteuern oft nicht direkt an die finanzielle Leistungsfähigkeit der Bewohner gekoppelt sind. Neva Butkus, Senior Analystin beim Institute on Taxation and Economic Policy, betont, dass die gestiegenen Steuerlasten eine direkte Folge des starken Anstiegs der Immobilienpreise seit der Corona-Pandemie seien. Sie führt weiter aus, dass Grundsteuern eine versteckte Kostenkomponente des Homeownings darstellen, die neben Versicherungen und Eigentümergemeinschaftsbeiträgen immer weiter ansteigen.

Historische Erfahrungen zeigen, dass Steuerreformen, die auf eine Senkung der Grundsteuern abzielen, unbeabsichtigte langfristige Folgen für den lokalen Immobilienmarkt haben können. Die Steuerreform von Kalifornien im Jahr 1978, Proposition 13, die jährliche Steuererhöhungen begrenzt und Immobilien erst bei Eigentümerwechsel oder Neubau neu bewertet, führte zwar zu einer Stabilisierung der Steuerlast, wird aber auch kritisiert, weil sie die Immobilienpreise angehoben, langfristige Bewohner davon abgehalten und den Einstieg für junge Familien erschwert hat. Eine Studie ergab, dass eine Erhöhung der Grundsteuer in Kalifornien auf das Niveau von Texas den Eigenheimanteil im Staat deutlich erhöhen würde.

Joshua Coven, Professor für Immobilienwirtschaft am Baruch College, erklärt, dass höhere Grundsteuern indirekt wie eine zukünftige Hypothekenzahlung wirken. Höhere Steuern könnten daher zu sinkenden Immobilienpreisen führen, was den Einstieg für Erstkäufer erleichtern würde. Zudem könnten langfristige Eigentümer, die nun unter niedrigeren Steuern leben, eher bereit sein, umzuziehen und so das Angebot auf dem Markt erhöhen.

Trotz dieser potenziellen Vorteile setzen einige Bundesstaaten weiterhin auf Steuerreformen. Florida-Gouverneur Ron DeSantis hat angekündigt, eine Sonderitzung des Gesetzgebenden zu den Grundsteuern anzufordern. Iowa-Gesetzgeber haben etwa einen Monat Zeit, um Kompromissgesetze zu erarbeiten. South Dakota hat kürzlich zwei Gesetze verabschiedet, die darauf abzielen, die Steuereinnahmen aus Verkaufssteuern zu erhöhen und diese zur Senkung der Grundsteuern einzusetzen.

Die steigenden Grundsteuern sind mehr als nur eine finanzielle Belastung; sie stellen eine Herausforderung für die Wohnungsmarktstabilität dar und verdeutlichen die Schwierigkeit, eine Balance zwischen den Bedürfnissen der Steuerzahler und den finanziellen Anforderungen der Kommunen zu finden. Die Politik steht vor der Aufgabe, diese komplexen Zusammenhänge zu verstehen und nachhaltige Lösungen zu entwickeln – eine Aufgabe, deren Ausgang alles andere als gesichert ist.