Ki-blase: experten warnen vor überhitzung – software-aktien als rettungsanker?

Ein Wettrüsten im Bereich Künstliche Intelligenz könnte eine spekulative Blase in der Infrastruktur auslösen, warnt Bill Gurley von Benchmark. Doch während die Euphorie um KI-Aktien nachlässt, sehen einige Experten nun eine Chance für etablierte Softwareunternehmen. Der Trend geht zu Unternehmen, die ihre Datenkompetenz im KI-Bereich nutzen – und das bei attraktiven Bewertungen.

Servicenow: die infrastruktur für die digitale transformation

ServiceNow (NOW) ist das Rückgrat vieler Unternehmensprozesse in den Bereichen IT, Personalwesen und Kundenservice. Das Unternehmen hat sich als zentrale Datenquelle etabliert, die für KI-Anwendungen unerlässlich ist. Der Aktienkurs ist zwar im bisherigen Jahr um rund 25 % gefallen, bietet aber mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis (P/S) von 7,5 und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 28 attraktive Einstiegsmöglichkeiten.

Das Unternehmen investiert stark in seine KI-Strategie, insbesondere mit dem Produkt Tower, das darauf abzielt, eine Art orchestrierende Schicht für generative KI zu schaffen. Die Umsatzsteigerung liegt weiterhin über 20 %, was die starke Position von ServiceNow unterstreicht.

Salesforce: daten als basis für intelligente agenten

Salesforce: daten als basis für intelligente agenten

Salesforce (CRM) hat sich als führender Anbieter von Customer Relationship Management (CRM)-Software etabliert. Mit der Einführung von Data 360 und der Übernahme von Informatica hat das Unternehmen seine Fähigkeiten im Umgang mit Daten deutlich erweitert. Diese Datenkompetenz ist entscheidend, um „Halluzinationen“ von KI-Modellen zu vermeiden und zuverlässige Ergebnisse zu erzielen. Prognosen sehen ein Umsatzwachstum von über 10 % bis 2030 vor. Der aktuelle Kurs bietet ein P/S-Verhältnis von unter 4 und ein KGV von unter 15.

Workday: die daten-könige im hr- und finanzbereich

Workday: die daten-könige im hr- und finanzbereich

Workday (WDAY) dominiert den Markt für Personal- und Finanzdaten. Das Unternehmen setzt seine Datenexpertise nun auch im KI-Bereich ein. Die Nachfrage nach KI-Lösungen hat sich im letzten Quartal verdoppelt, und Workday hat 12 rollenspezifische KI-Agenten vorgestellt. Die Umsatzprognosen für dieses Jahr liegen im mittleren Teenagerbereich. Trotz eines Kursrückgangs von über 35 % bietet Workday ein P/S-Verhältnis von unter 3,5 und ein KGV von unter 13.

Uipath: automatisierung mit intelligenter orchestrierung

Uipath: automatisierung mit intelligenter orchestrierung

UiPath (PATH) ist ein führender Anbieter von Robotic Process Automation (RPA) und hat eine agentenbasierte KI-Orchestrierungsplattform entwickelt. Das System Maestro kann sowohl traditionelle Software-Bots als auch KI-Agenten verwalten und die Aufgaben entsprechend zuweisen. Dies ermöglicht Kosteneinsparungen, da Software-Bots einfache, regelbasierte Aufgaben erledigen können, während KI-Agenten komplexere Aufgaben übernehmen. Das Unternehmen befindet sich noch in der frühen Phase der Umstellung, verzeichnet aber ein wachsendes ARR (Annual Recurring Revenue).

Der Aktienkurs ist in diesem Jahr um über 25 % gefallen, bietet aber ein P/S-Verhältnis von knapp über 3,5 und ein KGV von 15.

Adobe: kreativität im wandel der zeit

Adobe (ADBE) ist der führende Anbieter von kreativer Software und verzeichnet ein stetiges Umsatzwachstum. Der KI-Umsatz ist im letzten Quartal um mehr als das Dreifache gestiegen, und die Nutzung generativer KI hat zugenommen. Das Unternehmen bewegt sich zunehmend zu einem nutzungsbasierten Modell, zeigt aber keine Anzeichen einer Disruption durch KI.

Auch hier ist der Aktienkurs seit Jahresbeginn um über 25 % gefallen, bietet aber ein P/S-Verhältnis von 4 und ein KGV von unter 11.

Die KI-Blase könnte sich entleeren, doch die Unternehmen, die bereits eine solide Datenbasis haben und diese aktiv in KI-Anwendungen integrieren, könnten die Gewinner sein. Die derzeitigen Bewertungen bieten eine Chance, in Unternehmen mit langfristigem Wachstumspotenzial zu investieren – und das zu fairen Preisen.