Qifu technology: ki-wende könnte den kurs beflügeln – trotz risiken

Ein bullischer Bericht von Danny Green auf Substack hat die Aufmerksamkeit auf Qifu Technology (QFIN) gelenkt. Der Aktienkurs des Unternehmens notierte am 18. Februar bei 15,32 US-Dollar. Doch die Analyse zeichnet ein komplexes Bild – eine Mischung aus Chancen und Herausforderungen.

Qifu technology setzt auf ki und plattformlösungen

Qifu technology setzt auf ki und plattformlösungen

QFIN agiert im chinesischen Konsumentenkreditmarkt und verschiebt sich von der traditionellen Kreditvergabe hin zu einem kapitalleichten Geschäftsmodell als Anbieter von Plattformdienstleistungen. Das Unternehmen bietet Banken KI-gestützte Risikomanagement- und Kundenakquise-Tools und erzielt damit Provisionserträge, ohne direktes Kreditrisiko einzugehen. Das Ziel: Bis 2035 die zentrale Betriebsplattform für mittelgroße chinesische Banken zu werden.

Ein entscheidender Wettbewerbsvorteil ist die riesige Datenbasis von 263 Milliarden Datenpunkten und ein proprietäres KI-basiertes Scoring-System, das die Ausfallraten (C-M2) bei etwa 0,6 % hält – ein Niveau, das für traditionelle Banken schwer zu erreichen ist.

Unter der Führung von CEO Haisheng Wu setzt das Management auf eine technikorientierte Kultur und hat Multi-modal Large Language Models in Kreditwürdigkeitsprüfungen und Inkassoprozessen integriert. Dies unterstreicht die Positionierung von QFIN als Fintech-Plattform und nicht mehr als traditioneller Kreditgeber.

Die Aktie notiert derzeit bei etwa 3,7-mal dem Gewinn und verzeichnet ein überdurchschnittliches Wachstum. QFIN setzt Kapital aggressiv durch Aktienrückkäufe und Dividenden in Höhe von über 350 Millionen US-Dollar frei. Sollte sich die Bewertung als skalierbarer SaaS-ähnlicher Fintech-Partner etablieren, könnte das Potenzial erheblich steigen. Allerdings könnten regulatorische Beschränkungen und makroökonomische Zinsen die Gewinnmargen langfristig begrenzen.

Während die Aktie nicht auf der Liste der 30 beliebtesten Aktien von Hedgefonds steht, erhöhte sich die Anzahl der Portfolios, die QFIN am Ende des dritten Quartals hielten, auf 28 – gegenüber 26 im Vorquartal.

Die Analyse verweist auf eine ähnliche bullische Einschätzung von Bread Financial Holdings (BFH) aus November 2024, die ebenfalls Wachstum, Schuldentilgung und die Expansion von Direktvertriebsfinanzierungen hervorhob. Die BFH-Aktie konnte seitdem um rund 30,16 % zulegen.

Trotz der Risiken, die mit QFIN verbunden sind, sehen die Autoren ein größeres Potenzial in anderen KI-Aktien, die potenziell höhere Renditen in kürzerer Zeit erzielen könnten.

Die chinesische Regulierung stellt ein Risiko dar, doch die Technologie hinter QFIN – insbesondere die KI-gestützte Risikobewertung – könnte langfristig zu einer nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit führen. Die Aktie bietet aktuell eine interessante Chance, erfordert aber eine sorgfältige Abwägung der Risiken.

Die Fusionsaktivitäten in der KI-Branche nehmen zu. Wer wird die nächste große Übernahme sein?