Technik-rückschlag: microsoft und amazon kämpfen mit ki-investitionen

Die Aktiengeschichte der Technologiebranche ist im frühen 2026 von einem deutlichen Abschwung geprägt. Während Investoren die enormen Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI)-Infrastruktur neu bewerten, werden Unternehmen mit hohen Bewertungen und umfangreichen Investitionszyklen hart bestraft. Microsoft und Amazon gehören zu den größten Verlierern.

Ki-hype belastet tech-giganten

Ki-hype belastet tech-giganten

Microsoft verzeichnet seit Jahresbeginn einen Kursverlust von rund 17 %, während Amazon mit einem Minus von über 9 % ebenfalls stark unter Druck geraten ist. Doch trotz dieser Entwicklungen zeigten beide Unternehmen in ihren jüngsten Quartalsberichten beeindruckendes Wachstum – und KI scheint sogar als Wachstumstreiber zu wirken.

Microsofts Umsatz stieg im zweiten Quartal des Geschäftsjahres um 17 % gegenüber dem Vorjahr, getragen von der Cloud-Sparte, insbesondere Azure und anderen Cloud-Diensten, die um 39 % zunahmen. Besonders bemerkenswert ist das Rekord-Backlog von 625 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 110 % im Jahresvergleich. Allerdings birgt diese Entwicklung Risiken: 45 % des Backlogs stammen von einem einzigen Kunden, OpenAI, was eine hohe Kundenkonzentration bedeutet. Zudem sind die Investitionen enorm: Im zweiten Quartal beliefen sich die Kapitalausgaben auf 37,5 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 66 % im Vorjahr.

Amazon investiert ebenfalls massiv, mit geplanten Ausgaben von rund 200 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026. Die Cloud-Sparte AWS verzeichnete im vierten Quartal ein Umsatzwachstum von 24 % auf 35,6 Milliarden US-Dollar, ein deutlicher Anstieg gegenüber den 20 % des Vorquartals. Der Betriebsgewinn stieg auf 25 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 21,2 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Auch das E-Commerce-Geschäft und die wachsende Werbemarke tragen zum Gesamtumsatz von 213,4 Milliarden US-Dollar bei. Amazon setzt zudem auf eigene KI-Chips, Trainium und Graviton, mit einem Jahresumsatz von über 10 Milliarden US-Dollar.

Trotz ähnlicher Bewertungen – Amazon notiert mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 29, Microsoft bei 25 – erscheint Amazon als die robustere Wahl. Während Microsofts hohe Gewinnmargen unter dem Druck einer kapitalintensiven Cloud-Preisbildung leiden könnten, profitiert Amazon als Einzelhändler von einem Geschäftsmodell mit geringeren Margen und hoher Produktivität. Die Firma arbeitet aktiv daran, die Kosten für KI-Berechnungen zu senken, was ihr einen Vorteil im Wettbewerb verschafft.

Die Entwicklung zeigt deutlich, dass der KI-Boom nicht ohne Nebenwirkungen ist. Microsoft muss seine immense Investitionstätigkeit sorgfältig steuern, um die Profitabilität zu erhalten. Amazon scheint durch seine ausgeprägte Kostenkontrolle und die Diversifizierung seines Geschäftsmodells besser positioniert zu sein, um langfristig erfolgreich zu sein. Der Fokus liegt jetzt auf der Umsetzung der KI-Strategien – und auf der Bewältigung der damit verbundenen finanziellen Herausforderungen.