Volatilität steigt: anleger suchen schutz – drei etfs als rückfallplan
Die S&P 500-Aktienindizes haben zwar bisher dieses Jahr nur einen Rückgang von 0,5 % verzeichnet. Doch die Besorgnis vieler Investoren wächst. Eine schwache Arbeitsmarktlage und der Konflikt im Iran, der die Ölpreise unberechenbar macht, sorgen für erhöhte Nervosität. Steigende Rohölpreise könnten die Inflation weiter anheizen und so die Chancen auf Zinssenkungen durch die Zentralbanken schmälern.
Angesichts dieser Unsicherheiten suchen
Anleger nach Wegen, ihr Portfolio zu schützen. Während die klassische Empfehlung in Krisenzeiten oft eine höhere Allokation in Anleihen ist, bieten drei Exchange Traded Funds (ETFs) von Vanguard alternative Möglichkeiten. Diese können in turbulenten Zeiten als Puffer dienen – ohne den Verzicht auf Aktien.Staatsanleihen als sicherer hafen: der vanguard tax-exempt bond etf (vteb)
Für Anleger, die eine konservativere Strategie bevorzugen, ist der Vanguard Tax-Exempt Bond ETF (VTEB) eine Option. Dieser ETF investiert in kommunale Anleihen und bietet eine Laufzeit von durchschnittlich 7,2 Jahren. Kommunale Anleihen gelten als weniger volatil als andere Anleihen und weisen eine geringere Korrelation zu Aktien auf. Mit einer jährlichen Gebühr von lediglich 0,03 % und einer SEC-Dividendenrendite von 3,28 % bietet der ETF zudem ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis.
Allerdings ist auch dieser ETF kein Allheilmittel. In einem Rezessionsszenario könnte die Nachfrage nach Strom sinken, was sich negativ auf die Erträge der Unternehmen auswirken würde. Dennoch hat sich der Sektor in der Vergangenheit als widerstandsfähig erwiesen, beispielsweise während der Dotcom-Blase, der globalen Finanzkrise und der Corona-Pandemie.

Volatilitätsreduktion mit dem vanguard u.s. minimum volatility etf (vfmv)
Wer nicht komplett auf Aktien verzichten möchte, kann auf den Vanguard U.S. Minimum Volatility ETF (VFMV) zurückgreifen. Dieser ETF ist aktiv gemanagt und konzentriert sich auf Unternehmen mit geringerer Volatilität. In Bärenmärkten können solche ETFs eine bessere Performance erzielen als breit gestreute Indizes. Im Gegensatz zu passiven ETFs wählt der VFMV seine Werte aktiv aus und überwiegt defensive Sektoren wie Konsumgüter, Immobilien und Versorger. Die Rendite des ETFs liegt bei 0,26%.
Ein wichtiger Punkt ist hier: Auch der VFMV garantiert keine Kapitalerhaltung in einem Abschwung. Zudem können Kapitalertragsteuern die Gewinne aus veräußerten Aktien schmälern.
Versorgeraktien als dividendenanker: der vanguard utilities etf (vpu)
Versorgeraktien werden oft als „Bond-Proxy“ betrachtet, da sie eine stabile Dividendenrendite bieten und tendenziell weniger volatil sind. Der Vanguard Utilities ETF (VPU) bietet Zugang zu diesem Sektor. Er erzielt eine Dividendenrendite von 2,48 % und bietet eine gewisse Stabilität, besonders in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit.
Es ist jedoch zu beachten, dass Versorgeraktien auch von einer Rezession betroffen sein können, da der Energiebedarf sinken könnte. Dennoch haben sie sich in früheren Krisen als relativ stabil erwiesen. Der Vanguard Utilities ETF ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil vieler Portfolios, die auf eine gewisse Risikostreuung setzen.
Die jüngsten Entwicklungen an den Finanzmärkten zeigen, dass eine umsichtige Strategie in Krisenzeiten unerlässlich ist. Die genannten ETFs können Anlegern helfen, ihr Portfolio abzusichern und potenzielle Verluste zu begrenzen. Doch sie bieten keinen vollständigen Schutz vor Marktschwankungen. Die Frage ist nicht, ob man einem Bärenmarkt entkommen kann, sondern wie man ihn am besten übersteht.