25 Milliarden im wm-wetten-boom – und die steuerbehörde schweigt
Die Weltmeisterschaft war ein Riesenerfolg, aber für Wettende gibt es noch immer keine klare Auskunft, wie die Gewinne besteuert werden. Ein Albtraum für viele Trader.
Chaos bei den steuern: die usa stehen vor einem wettlauf gegen die zeit
Millionen von Dollar flossen in Wetten auf Spanien und Argentinien. Doch die US-Steuerbehörde, die IRS, hat bisher keine konkreten Regelungen veröffentlicht, wie diese Gewinne zu behandeln sind – und das, obwohl das Steuerjahr 2026 bereits mehr als die Hälfte abgeschlossen hat. Die Summen werden immer größer, und die Verwirrung bei den Anlegern steigt.
Jeff Bezos unterstützt eine Plattform, die es jedem ermöglicht, in Mietimmobilien zu investieren – mit nur 100 Dollar. Experten warnen: Fast 50 Prozent der Amerikaner machen einen großen Fehler bei ihren Sozialversicherungsbeiträgen. Und Millionen von Dollar werden von Millionären unter 43 Jahren nicht in Aktien investiert. Kalshi allein setzte im Vorfeld des Turniers bereits 1,27 Milliarden Dollar ein – der größte Markt, den die Plattform jemals gesehen hat. Insgesamt wurden weltweit über 25 Milliarden Dollar in WM-Wetten umgesetzt, ein Vielfaches der 2 Milliarden Dollar, die bei den NBA-Finals generiert wurden.
Experten raten zu vorsicht: drei mögliche steuerklassen
Ryan Schutz, ein ehemaliger IRS-Spezialagent, erklärt, dass viele Trader mit widersprüchlichen Informationen konfrontiert sind. Die Grundsatzentscheidung ist jedoch unumstößlich: Die Gewinne sind steuerpflichtig, unabhängig davon, ob ein Steuerbescheid ausgestellt wird oder nicht. Alan Cole, ein Senior Economist der Tax Foundation, hat selbst 342.195,63 Dollar in eine Wette gegen den DOGE-Rückgang investiert und rund 128.000 Dollar Gewinn erzielt. Selbst er ist sich unsicher, ob dieser Gewinn als zukünftiger Ertrag oder als Glücksspielgewinn zu behandeln ist. Die Steuerbehörde scheint sich noch nicht zu entscheiden, was zu einer massiven Verunsicherung führt.
Experten sehen drei mögliche Steuerklassen für diese Einnahmen. Erstens als Glücksspielgewinne, die als ordentliche Einkünfte behandelt werden. Verluste können nur gegen Gewinne abgezogen werden – und das nur, wenn der Steuerpflichtige die Gegen- und Schlussabtrug vollzieht. Eine weitere Komplikation ist eine Klausel aus dem „One Big Beautiful Bill Act“ von Präsident Trump, die es Glücksspielern erlaubt, nur 90 Cent pro verlorenen Dollar abzusetzen. Das bedeutet, dass ein Trader, der 2026 mit 10.000 Dollar Gewinn und 10.000 Dollar Verlust das Jahr abschließt, nur 9.000 Dollar absetzen darf. Die verbleibenden 1.000 Dollar werden weiterhin besteuert, obwohl der Trader keinen Vermögenswert aufgebaut hat. Die Besteuerung von Sportwetten ist bereits eine der schlechtesten in der Steuergesetzgebung.
Kapitalertrag oder glücksspiel? die expertenmeinung
Eine zweite Möglichkeit sieht vor, jeden Vertrag als Kapitalanlage zu behandeln. Ein Trader, der Spanien zu 0,59 Dollar gekauft und 1 Dollar bei Abschluss erhalten hat, hat einen Gewinn von 0,41 Dollar pro Vertrag – der bei Anlagen unter einem Jahr mit den normalen und bei Anlagen über einem Jahr mit den langfristigen Kapitalertragssteuersätzen besteuert wird. Verluste können gegen Gewinne verrechnet werden, wobei bis zu 3.000 Dollar Überschussverluste jährlich als ordentliches Einkommen abgezogen werden können. Eine dritte Option ist Abschnitt 1256, ein Bereich des Steuerrechts für regulierte Futures. Hier werden alle Gewinne in zwei Teile aufgeteilt: 60 % werden mit den langfristigen Kapitalertragssteuersätzen und 40 % mit den kurzfristigen Steuersätzen besteuert, selbst wenn der Vertrag nur für einen Tag gehalten wird. Kalshi argumentiert, dass seine Ereignisverträge als regulierte Futures gelten, was diese Interpretation stützt. Die Frage, ob sie tatsächlich reguliert sind, ist jedoch umstritten. Die IRS scheint sich zu verschließen, um mögliche Konflikte mit den rechtlichen Positionen der CFTC zu vermeiden.
Es besteht keine Zeitangabe für eine Entscheidung, und es gibt keine Signale, dass vor der Steuererklärung 2026 eine Klarstellung erfolgen wird. Ein 1099-Formular könnte eintreffen, aber das würde das Problem nicht lösen. Trader sind somit für die Organisation ihrer eigenen Steuererklärung verantwortlich. Eine sorgfältige Dokumentation ist entscheidend, um eine mögliche Abweichung der Steuerbehörde zu verteidigen. Suchen Sie vor der Einreichung Ihrer Steuererklärung unbedingt einen Steuerberater auf. Die Situation ist komplex und erfordert Fachwissen.
